Warenkorb 0

Wieviel Feminität ist im Business erlaubt?

Der bisherige Stil der Frauen in Führungspositionen war sehr angeglichen an die Optik der männlichen Kollegen. Frauen und Männer waren wenig zu unterscheiden in ihrem Äußeren. Alle in dunkelblauen bis schwarzen Hosenanzügen oder Kostümen. Die Schnitte schlicht und manchmal sogar schrecklich deformiert. Vieles an der deutschen Modelandschaft der Businessleute oder auch in der Politikerszene zeigt, wie wenig Raum das Thema „Mode und Stil“ doch in ihrem Portfolio einnimmt.

Der Schulterschluss der Männer ließ lange Zeit kein weibliches Wesen in die Chefetagen durchsickern. Umso schwieriger war es für Frauen, die es geschafft hatten, sich an den Männern vorbei eine Position zu verschaffen und diese zu halten. Sie mussten abgesehen von den Selbstverständlichkeiten der beruflichen Kompetenzen darüber hinaus dem Machtgehabe der Männer gewachsen sein, die es gewohnt waren ihr gesellschaftlich ererbtes Revier durch Machtgehabe zu verteidigen und die Frau an ihre ebenfalls gesellschaftliche ererbte Rolle als Weib, Unterhaltungsdame, Statussymbol und Mutter in ihre „Opferrolle“ zu verweisen. Daran musste Frau erst einmal vorbei.

Das verlangte neben Kompetenz Mut, ein starkes Zielbewusstsein und Durchsetzungsvermögen. Dieses gestaltete sich als ein Balanceakt zwischen innewohnenden Traditionsmustern und aufbegehrender Autonomie der Frau.

Um in diesem Kalkül den Weg des geringsten Widerstands zu wählen, war es äußerst raffiniert, sich anzugleichen wie ein Chamäleon und sich ebenfalls in dunkelblaue schlichte nicht auffallende Hosenanzüge zu stecken. In den 80iger Jahren griffen Frauen sogar zur Krawatte. Ein bedeutungsvolles Merkmal waren die beider geschlechtlich im Modetrend liegenden Schulterpolster. Synonym für „das können wir schultern, Stärke und Macht“

Sie zogen sich an wie Männer und verbargen ihr Geschlecht so gut es eben möglich war und glichen sich auch im Verhalten den männlichen Verhaltenscodices an.

In Deutschland liegt der Anteil an Frauen in Führungspositionen in den letzten 3 Jahren unverändert bei 29% und damit im unteren Drittel im EU-Vergleich.

Aber die Welt ist im Wandel. Frauen sind sehr gut ausgebildet, souverän und werden zunehmend selbstbewusster und risikobereiter. Heutzutage müssen auch die Männer ihre Rollen neu definieren, um am Ball zu bleiben. Frauen wollen ihre Weiblichkeit im Geschäftsleben nicht länger verleugnen, um Durchsetzungswillen und beruflichen Erfolg zu demonstrieren.

Frauen wollen breitgefächerte Möglichkeiten haben, sich individueller femininer im Geschäftsleben zu zeigen. Viele sind noch unsicher, was sie tragen können, wieviel sie wagen können. Viele kennen sich auch mit Stilbildung zu wenig aus und können den Beistand einer Stylistin zu Rate ziehen.

Fact ist Frauen lieben Mode und wollen diese im Berufsalltag tragen und sie wollen Farbe bekennen und diese freier einsetzen können.

Die Politikkann helfen

Über den Modegeschmack der Theresa May kann natürlich herzhaft gestritten werden. Aber sie hebt einiges an aus den Angeln.

Mays Geschmack ist so extravagant, dass ihr Äußeres bei Twitter und in der britischen Boulevardpresse gern diskutiert wird. Zuletzt war es ein rotes Kleid, das vielen Beobachtern zu freizügig war.

"It's not just the economy plunging into the red! Theresa May makes the most of it too, stealing the 2016 budget show with a dress which divides Twitter", "Daily Mirror". Der "Mirror" jauchzte in einem Video gar: "Oh sugar"!

Man kennt es auch hierzulande, als viele Kommentatoren erstaunt waren, dass Frau Merkel ein Dekolleté hat und es sogar auch noch der Öffentlichkeit präsentiert.

Die "Sun" druckte nach der Ankündigung, dass May Premierministerin wird, eine umstrittene Titelseite. "Heel, Boys", lautete die Schlagzeile über einem Paar hochhackige Schuhe mit Leopardenmuster, darunter eine Reihe führender Tory-Politiker. Das Wort "heel" bedeutet sowohl Absatz als auch "bei Fuß". Es war eine Anspielung auf Margaret Thatcher: So wie die Handtasche den Ruf der Eisernen Lady begründete, könnten bei May die hochhackigen Schuhe zum Machtsymbol werden. Ein Hoch auf die so frei assoziierende Presse.

Kleidung ist natürlich ein Statement: Die Entscheidung, statt eines Rocks lieber eine Hose oder Turnschuhe zur Amtseinführung zu tragen, fällt nie in den luftleeren Raum. Die Menschen, die so entscheiden, transportieren damit in eine Botschaft. Man kann eben nicht nicht kommunizieren.

May bestreitet, dass sie ihre Kleidung strategisch wählt. "Ich bin eine Frau, und ich liebe Kleidung und Schuhe", antwortete sie einmal, als sie bei der Konferenz "Women in the World" auf ein Kleid angesprochen wurde, das die Zeitungen zum "Power-Dress" stilisiert hatten.

Auch May wird sicher in Fragen der Kleidungskompetenz beraten werden.

Aber sie kann als Vorbild gesehen werden und zwar in Sachen Feminintät im Business - vertraut euch etwas mehr einem eleganten modischen Stil an.

www.stilagentur.com Inger-Sofia Frerichs, Diplom-Modedesignerin, Kostümbildnerin, Trainer und Coach